3 Tage lang habe ich mich meiner weiblichen Energie gewidmet. In Gemeinschaft mit anderen Frauen gelebt, gekocht, meditiert. In Potsdam, in einem Neumondseminar, nahe Berlin. Aufstehen um 8am mit Kundalini Yoga, Mantras und Intentionen, danach gemeinsames Ayurvedisches Frühstück, Gesprächsrunde, Meditation, Tarot Karten, Klangschalen und sitzen im Kreis um den Altar. Wie wars? Esotherisch? ‘Gspührschmifühlschmi?’ Würde ich es wieder tun?

Lasst mich kurz vorab festhalten, dass ich es nicht mit ‘dem Übersinnlichen’ habe. Ich glaube weder an Sternzeichen noch an Kristallkugeln. Ich glaube jedoch an die enorme Wichtigkeit des Unterbewusstseins. Den Teil unseres Gehirns der für uns zwar nicht bewusst wahrnehmbar ist, jedoch 90% unserer Entscheidungen lenkt. Dieses Unterbewusstsein, dass uns gegen unseren ‘eigentlichen’ Willen in Verhaltenmuster fallen lässt: Wie zb. Abends den Kühlschrank zu plündern, unbegründete Einversucht, Dinge aufschieben usw. Dieses Unterbewusstsein kennenzulernen, damit zu arbeiten, es langsam umzuprogrammieren und die ‘ungewollten’ Muster mit sinnvollen zu ersetzen. Darauf fokussiere ich mich.

Mein positives Denken verankere ich im Unterbewusstsein, mein Selbstbewusstsein und meine Fähigkeit Liebe zu geben und zuzulassen ebenso. Mein Grundvertrauen und meine Bereitschaft neues auszuprobieren, meine Dankbarkeit, mein gesamtes Wesen verdanke ich  Mustern in meinem Unterbewusstsein die teilweise bewusst dort verankert wurden.

Nicht zufällig also der Optimismus, die Lebensenergie,  die Bewegung und die Toleranz – ich habe daran gearbeitet. Ich habe schrittweise diese ‘Denkeinstellungen’ aufgebaut. Einige praktiziere ich seit Kindheit – gelehrt hat sie mir meine Mutter, andere entwickelte ich im Teenager Alter in einer ersten Phase der Selbstfindung, den grössten Teil entwickelte ich während den letzten 7 Jahren in denen ich meine Einstellung und Lebenswerte bewusst neu definierte.

Wer Meditation, Achtsamkeit, einen Glauben oder (selbst)Hypnose nicht praktiziert der versteht es schnell falsch. Spiritualität hat nichts mit Irrglauben zu tun. Spiritualität befasst sich mit dem Geist (engl. Spirit). Unsere Spiritualität bedeutet für mich nichts anderes als mit dem Bewusstsein ins Unterbewusstsein einzutauchen und dieses zu erforschen, zu gestalten, damit zu arbeiten. Und dies geschieht in Meditation, Hypnose, in unseren Träumen und in der Stille. Die Zeit die du bewusst mit dir selbst verbringst.

3 Tage lang war ich also in Potsdam umgeben von Frauen die ich vorher nicht gekannt hatte und tauschte meine intimsten Gedanken, Intentionen und Gefühle mit ihnen aus. Verbrachte gleichzeitig viel Zeit in der Ruhe und geführten Meditation und tauschte mich in der Stille mit mir selber aus. Mein Körper mit meinen Gedanken, mein Bauchempfinden mit meiner Vernunft, mein Geist und meine Seele, meine Sinne – mein ICH.

Viele Menschen mit denen ich spreche scheinen die Verbindung zu sich selber verloren zu haben ‘disconnected’ – sie fühlen sich etwas verloren, verwirrt: ich kenne diesen Zustand. Wir sagen dann Dinge wie ‘ich möchte wieder zu mir selbst finden’ – und dies können wir.

Meditieren kann man aber doch auch alleine? Würde ich ein solches Retreat empfehlen oder selber wieder hin gehen? Ja ich würde! Die Intensität einer solchen Erfahrung und der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen sowie der Leiterinnen des Retreats ergibt einen viel höheren Grad an Fokus. Wer schon einmal meditiert hat der weiss wie wichtig dies ist. Zu schnell wandern die Gedanken, zu schnell sind wir abgelenkt – zu wenig stark und lange wirkt die Meditation nach wenn sie nicht tief geht. Sich 3 Tage Zeit für sich selbst und den Geist zu nehmen gibt der Spiritualität eine ganz andere Ebene und Kraft – einen ganz anderen Effekt auch. Ich fühlte mich danach entspannter und nehme gewisse Effekte bis heute mit: Ausgeglichener, weniger gestresst mit besserem Schlaf. Natürlich bin ich kein ‘umgedrehter Handschuh’ – ich bin nach wie vor anfällig auf Nervosität und Stress, schlafe immer noch relativ wenig, bin immer noch ungeduldig
. Aber ich bin deutlich entspannter als vorher. Hier gilt es auch immer die eigene Erwartungshaltung anzupassen und sich bewusst zu sein, dass auch innere Arbeit viel Zeit und Fokus erfordert.

Ich danke Alisa für die wertvolle Erfahrung. Ich habe mir vorgenommen die Erfahrung zu wiederholen und kann nur jedem Menschen empfehlen mindestens 1x im Leben so etwas zu machen. Es gibt unterschiedliche Formen und Intensitätsstufen. Manche bevorzugen Monate in einem Ashram, anderen reichen kürzere Retreats.

Ich hoffe eine solche Erfahrung bald nach Zürich bringen zu können um dies mit euch zu teilen.

Wenn du Interesse hast, freue ich mich von dir zu hören!

sylwina@sylwina.com

Mehr Info’s zum Retreat das ich besucht habe:
https://www.soneirocollective.com

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